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Neuorganisation
der Polizei in NRW
Sehr geehrter Herr Minister, nach den uns
vorliegenden Informationen ist in Ihrem Haus ein Konzept zur
Neuorganisation der Wasserschutzpolizei des Landes Nordrhein-Westfalen
erstellt worden. In diesem Konzept wird vorgeschlagen, das Präsidium der
Wasserschutzpolizei als eigenständige Behörde aufzulösen. Gleichzeitig
ist beabsichtigt, die Wasserschutzpolizei dem Polizeipräsidium Duisburg als
Unterabteilung der Abteilung GS zuzuordnen. Unter den Beschäftigten der WSP haben diese Vorschläge zu erheblicher
Verunsicherung geführt, da aufgrund der Koalitionsvereinbarungen zur
Bildung einer neuen Landesregierung in NRW die Belegschaft davon ausgegangen
ist, dass die Vorschläge der so genannten „Scheu-Kommission“ von der
neuen Landesregierung nicht umgesetzt werden. Im Übrigen erscheint nach Ansicht vieler Experten die beabsichtigte
Anbindung der hochspezialisierten WSP mit ihrem landesweiten Aufgabenbereich
an eine kommunalorientierte Polizeibehörde – wie das PP Duisburg –
nicht sachgerecht. Bekanntlich finden 50 % der bundesdeutschen Binnenschifffahrt
(Umschlagszahlen und Verkehrsfrequenz) auf nordrhein-westfälischen
Wasserwegen statt. Um eine sach- und praxisgerechte Organisation der
hochspezialisierten wasserschutzpolizeilichen Tätigkeiten sicherzustellen,
bedarf es einer durchgängigen Führungsstruktur innerhalb der WSP sowie der
Zusammenfassung der Dienst- und Fachaufsicht in einer eigenen,
spezialisierten Behördenstruktur. Da bei dem PP Duisburg bisher die
spezielle Sachkenntnis für besondere Lagen aus dem Aufgabenspektrum der WSP
nicht verfügbar ist, steht die beabsichtigte Neuorganisation der WSP im
diametralen Gegensatz zu der Forderung nach einer Optimierung der
Binnenorganisation in der Koalitionsvereinbarung. Angesichts der Tatsache, dass wasserschutzpolizeiliche
Aufgabenwahrnehmung eine spezielle Qualifizierung und eine ständige
Aktualisierung der erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten der
Kolleginnen und Kollegen erfordert, ist es weder sachgerecht noch sinnvoll,
diese speziell aus- und fortgebildeten Beamten aus einem landesweit tätigen
Spezialbereich in eine „artfremde“, auf kommunale Aufgabenbewältigung
ausgerichtete Struktur einzugliedern. Sehr geehrter Herr Minister, gerne bin ich bereit, Ihnen in einem persönlichen Gespräch die Sorgen
der betroffenen Beschäftigten der WSP zu verdeutlichen und sachgerechte
Vorschläge der GdP für eine bessere Zukunft der WSP zu erläutern. Mit freundlichen Grüßen i.A. Frank Richter
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