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Landesbedienstete demonstrieren für einheitliches Tarifrecht im öffentlichen Dienst
 

Schätzungsweise 5.000 Teilnehmer, davon ca. 700 GdP-Mitglieder, folgten am heutigen Donnerstag dem Aufruf zur gemeinsamen Kundgebung von ver.di, GdP, GEW und dbb Tarifunion in den Düsseldorfer Hofgarten.

Nach einem Protestzug entlang dem Rheinufer, der Bezirksregierung und dem Finanzministerium verliehen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer schließlich an der Veranstaltungsbühne im Hofgarten ihren Forderungen eindrucksvoll Gehör.

Gegen Lohnkürzung und Arbeitszeitverlängerung, Tarifgerechtigkeit statt Tarifdiktat, war auch die Botschaft der mit viel Beifall bedachten Rede der stellvertretenden Landesvorsitzenden der GdP NRW, Brigitte Herrschaft.

Hier der  vollständigen Wortlaut ihrer Ansprache:

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir, die Kolleginnen und Kollegen von der Gewerkschaft der Polizei, Tarifbeschäftigte und Polizeivollzugsbeamte sind heute hierher gekommen, um gegen die Hinhaltetaktik der Tarifgemeinschaft Deutscher Länder zu protestieren.

Wir, die Tarifbeschäftigten in der Polizei wollen keine öffentlich Bedienstete 2. Klasse sein.

Wir fordern auch für uns die Übernahme – und zwar die inhaltsgleiche Übernahme – des neuen TvöD, der am 9. Februar für die Kollegen von Bund und Kommunen abgeschlossen wurde.

Die Tarifverhandlungen mit der TdL sind ausschließlich an der starren Haltung der Arbeitgeber – vor allem der CDU-regierten Länder – gescheitert. Die TdL spricht zwar von der Bereitschaft zu Tarifverhandlungen, meint aber wohl eher Tarifdiktat!

Denn liebe Kolleginnen und Kollegen, wer wie auch die Landesregierung in NRW in einem ersten Schritt allen Beamtinnen und Beamten · die Anhebung der Wochenarbeitszeit auf 41 Stunden, · die Streichung des Urlaubsgeldes sowie · die Absenkung des Weihnachtsgeldes verordnet und sich nicht scheut, diese Fakten im Vergleich mit den Tarifbeschäftigten als „Ungerechtigkeit“ zu definieren, wer sich sogar als Wächter von Ausgewogenheit und Gerechtigkeit hervorhebt und dies durch die Übertragung dieser „Ungerechtigkeit“ auch auf Tarifbeschäftigte erreichen will, der , liebe Kolleginnen und Kollegen verhöhnt Tarifbeschäftigte und Beamtinnen und Beamte gleichermaßen.

Wir, die GdP protestieren gegen dieses Pharisäertum hier und heute ausdrücklich!!

Wir fordern, die Gerechtigkeit einfach dadurch wieder herzustellen, dass die Ungerechtigkeit für die Beamtinnen und Beamten wieder zurückgenommen werden!

Wir durchschauen diese von unserem Arbeitgeber begonnene Ping-Pong-Taktik. Denn mit einem ggfls. noch tieferen Griff in die Taschen der Tarifbeschäftigten wäre die Basis für eine Nachzeichnung im Beamtenbereich geschaffen! Das, liebe Kolleginnen und Kollegen gilt es gemeinsam – Beamte und Tarifbeschäftigte -- zu verhindern.

Die Unterschrift von Gewerkschaftsvertretern unter einem Tarifvertrag und den 2003 ebenfalls vereinbarten Prozessvereinbarungen gilt länger als nur 4 Monate.

Es sind nicht die Tarifbeschäftigten der Länder, die begangene Fehler in Wirtschaft und Politik zu verantworten haben.

Ich glaube auch nicht, dass wir Tarifbeschäftigte unsere Einschnitte und Verluste durch großzügige Renditen etwa für Aktien der Deutschen Bank ausgleichen können. Hier sollen ja sogar 25 % ausgeschüttet werden, koste es was es wolle – auch tausende von Arbeitsplätzen!!

Zur Zeit versäumt es keine Partei darauf hinzuweisen, dass sie alles für die Schaffung von neuen und die Erhaltung von bestehenden Arbeitsplätzen tun will.

Für unsere Arbeitsplätze scheint das aber wohl nicht zu gelten, denn die Anhebung der Wochenarbeitszeit liebe Kolleginnen und Kollegen bedeutet nunmal die Streichung von Hunderten, ja mehr als Tausend Arbeitsplätzen!

Und gestattet mit noch zum Abschluß eine Bemerkung. Ich bin seit mehr als 30 Jahren als Angestellte dieses Landes in der Polizei tätig und ich habe eins verinnerlicht:

Immer dann, wenn die Wirtschaft boomt, haben wir Beschäftigten im öffentlichen Dienst, Beamte und Tarifbeschäftigte gleichermaßen uns in Bescheidenheit zu üben! Und das habe ich seinerzeit ob eines sicheren Arbeitsplatzes auch akzeptiert.

Doch liebe Kolleginnen und Kollegen wenn das richtig war, kann es nicht sein, dass wir in Zeiten wie diesen plötzlich zur Speerspitze für sozialen Abbau, zur Speerspitze für den Abbau von Arbeitsplätzen, und finanziellen Einschnitten mutieren!!

Deshalb fordert die Gewerkschaft der Polizei für uns Tarifbeschäftigte hier und heute die Übernahme des TvöD und die Übertragung des Tarifergebnisses hinsichtlich Einkommenserhöhung, Jahressonderzahlung und der Wochenarbeitszeit auf alle Landesbeamten!

Ich danke euch!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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